Raffael und die Folgen

25,00

Author: Corinna Höper
Publisher: Hatje Cantz
Year: 2001
ISBN: 3-7757-1055-3

Hardcover in dust jacket, 604 pages, German
Condition: Good copy
Raffaels Fresken im Vatikan, Felsmalerei in Australien -- egal wo, Kunst ist überall zugänglich, seit die Fotographie exakte Abbildungen ermöglicht. Davor half eine andere, heute fast vergessene Gattung, Kunst zu vermitteln: die Reproduktionsgrafik. Künstler zeichneten das Original ab und fertigten davon Stiche an: Objekte für Sammler und Lernmaterial für Akademien.
Corinna Höper würdigte diese Kunstgattung mit ihrer Ausstellung Raffael und die Folgen in der Staatsgalerie Stuttgart. In ihrem 608 Seiten umfassenden Katalog liefert sie wissenschaftliche Hintergründe und rund 580 Abbildungen dokumentieren ihre Arbeit. Raffaels Name steht dabei nicht zufällig vornan: Er war der meistkopierte Künstler, nicht zuletzt, weil er -- ganz findiger Unternehmer -- selbst für die Verbreitung seiner Gemälde und Fresken sorgte. Neben dem Maleratelier gründete er in Rom eine Stecher-Werkstatt und fand in Marcantonio Raimondi einen kongenialen Partner. Raimondi hatte kurz zuvor in Venedig für den ersten Prozess um Raubkopien in der Kunstgeschichte gesorgt: Albrecht Dürer verklagte ihn wegen Kopierens seiner Kupferstiche samt Monogramm.

Diese und andere Details entfaltet Höper in ihrer Studie: Das erste Kapitel blickt in Raffaels Maler-Atelier und zeigt in anschaulichen Beispielen das Verfahren der Händescheidung auf: Durch Vergleiche der Linienführung, Räumlichkeit, Gestik, Mimik und Anatomie der Figuren werden dabei einzelne Künstler differenziert. Im zweiten Kapitel fokussiert sie auf die Druckgrafik, schildert die Arbeit der zahlreichen, oft namenlosen Stecher und Verleger. Ihr Werk war dabei stets Interpretation des Originals und eigenständige künstlerische Leistung wie Höper an einigen Stich-Serien zeigt: Raffaels "Heilige Cäcilie" und seine "Sixtinische Madonna" begegnen dem Leser in Drucken, die über mehrere Jahrhunderte, in verschiedensten Ländern entstanden. Ein spannender Vergleich über Epochen hinweg.

Der Katalog wendet sich an ein Fachpublikum, das Corinna Höper für eine lange geschmähte und doch verdiente Gattung begeistern will. Zu Forschen gibt es rund um die Reproduktionsgrafik noch genug. --Gudrun Christoph

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